Geschichte

Geschichte

Hunger, Kälte und Wohnungsnot bestimmen das Nachkriegsleben in Deutschland, als sich 1947 ein Kreis von Hamburgern zusammenschließt, um die in Schule, Krieg und Gefangenschaft erworbenen Sprachkenntnisse zu pflegen und zu vertiefen.

Geeignete Treffpunkte gibt es im zerbombten Hamburg kaum und so wechselt man von einem in Eigenhilfe benutzbar gemachten Keller am Rondeel in ein Hotel in der Hartungsstrasse, bis der Club 1952 schließlich zur Miete in die Rothenbaumchaussee 97 einzieht. Dieses Haus wird vier Jahre später für DM 80.000,00 gekauft. Damit hat pro linguis Der Sprachenclub e.V. seine eigenen Räume und kann nicht mehr auf die Strasse gesetzt werden.

Unter dem obigen Namen wird der Club 1949 in das Vereinsregister eingetragen. In seiner Satzung, maßgebend ausgearbeitet vom späteren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Dr. Wolfgang Zeidler, werden die Ziele der Gründer formuliert: “Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Vermittlung der Kenntnis fremder Sprachen und fremder Länder sowie die Pflege der menschlichen Beziehungen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Nationen”.

Man trifft sich, diskutiert und lernt zunächst Englisch, bald auch Französisch, Spanisch, Russisch und Schwedisch. Unvergesslich bleiben die gemeinsamen Feste. Vieles hat sich in den letzten 70 Jahren verändert. Abgesehen von äußeren Bedingungen wie Umbau und Verschönerung des Hauses, dem Zuwachs auf fast 1.000 Mitglieder und der Erweiterung des Studiengruppen-Programms auf 13 Sprachen, ist es ein gesellschaftlicher Wertewandel, der das Clubleben beeinflusst.

Heute sind für die Mehrzahl der Mitglieder die ursprünglich so beliebten geselligen Veranstaltungen wie Tanzabende, Wanderungen und Skatturniere kaum noch attraktiv. Sprachkurse dagegen, Filmabende mit anschließender Diskussion und landestypische Feste erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Geblieben ist in unserer Welt der fast unbegrenzten Reisemöglichkeiten der Wunsch, andere Kulturen kennen zu lernen und sich mit den Menschen in fremden Ländern in deren Sprache verständigen zu können. Damit wird pro linguis auch noch 70 Jahre später dem hohen Anspruch seiner Gründer gerecht.

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